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Ernährung & Kochen

Im Herbst wächst mehr, als viele Familien auf dem Einkaufszettel haben

Adrian Steiner
von
Adrian Steiner
01.10.2026
Frische Rüebli als saisonales Herbstgemüse
Rüebli gehören im Herbst zur saisonalen Gemüseauswahl.
Darum gehts ∧
  • Im Herbst ist die Auswahl an Schweizer Gemüse und Früchten gross.
  • Saisonale Produkte bringen Geschmack und Abwechslung auf den Familientisch.
  • Direkt beim Bauern einzukaufen kann sich besonders bei grösseren Mengen lohnen.

Im Oktober wird die Auswahl auf Schweizer Feldern nicht kleiner, sondern anders. Kürbis, Lauch, Rüebli, Sellerie, Pastinaken, Randen, Wirz und Rosenkohl gehören jetzt ebenso zur Saison wie Äpfel, Birnen, Trauben und Quitten. Wer beim Einkauf stärker auf diese Erntezeiten achtet, muss deshalb nicht auf Vielfalt verzichten.

Saisonal einzukaufen kann für Familien sogar neue Möglichkeiten eröffnen. Gemüse und Früchte kommen dann auf den Tisch, wenn ihre natürliche Erntezeit erreicht ist. Das bringt Abwechslung in die Küche, kann sich beim Einkauf lohnen und stärkt gleichzeitig die Schweizer Landwirtschaft.

Was im Oktober auf Schweizer Feldern wächst

Wer saisonal einkaufen will, muss zunächst wissen, was gerade Saison hat. Gemeint ist damit die natürliche Erntezeit eines Lebensmittels in einer bestimmten Region. Saisonale Gemüse und Früchte werden zu einer Zeit geerntet, in der sie unter den jeweiligen klimatischen Bedingungen natürlich verfügbar sind.

Im Oktober ist die Auswahl in der Schweiz beträchtlich. Dazu gehören unter anderem Lauch, Rüebli, Knollensellerie, Pastinaken, Randen, Schwarzwurzeln, Rosenkohl, Chicorée, Rot- und Weisskabis, Wirz, Kürbis, Nüsslisalat, Zwiebeln und Kartoffeln.

Kürbisse, Randen und Blattgemüse in einer Gemüseauslage
Die Gemüseauswahl verändert sich mit der Jahreszeit.

Auch bei den Früchten bietet die Jahreszeit mehr als Äpfel. Trauben, Quitten, Birnen und Äpfel gehören zur herbstlichen Auswahl. Damit stehen Familien sehr unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Verwendungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Aus Kürbis kann beispielsweise eine Suppe, ein Gratin oder ein Risotto werden. Kartoffeln und Sellerie passen in herzhafte Ofengerichte, während Randen, Wirz oder Rosenkohl weitere Möglichkeiten für die Alltagsküche bieten. Äpfel, Birnen und Quitten bringen die saisonale Auswahl auch in süsse Gerichte.

Warum Gemüse in seiner Saison anders schmeckt

Saisonalität ist nicht nur eine Frage des Kalenders. Bio Suisse weist darauf hin, dass Gemüse, das zur richtigen Zeit am richtigen Ort wächst, mehr Nährstoffe, Geschmack und Aroma entwickelt. Wer sich an den Jahreszeiten orientiert, bringt zudem automatisch mehr unterschiedliche Gemüse auf den Teller.

Für Familien kann genau das interessant sein. Statt über das ganze Jahr auf ein ähnliches Sortiment zurückzugreifen, verändert sich die Küche mit der Ernte. Im Herbst rücken Kürbis, Wurzelgemüse und verschiedene Kohlsorten in den Vordergrund. Später folgen andere Produkte, während im Frühling und Sommer wieder eine neue Auswahl verfügbar wird.

Das verlangt nicht, die Familienküche komplett umzustellen. Häufig reicht es, beim Einkauf zuerst zu schauen, was gerade aus Schweizer Produktion erhältlich ist, und danach zu entscheiden, was daraus auf den Tisch kommt.

Saisonales Einkaufen kann auch eine Preisfrage sein

Saisonal einzukaufen wird manchmal mit höheren Kosten verbunden. Einen allgemein gültigen Preisvorteil gibt es allerdings nicht. Preise hängen unter anderem von Produkt, Qualität, Menge, Region und Verkaufsform ab.

Interessant kann deshalb der direkte Einkauf bei landwirtschaftlichen Betrieben sein. Der Schweizer Bauernverband veröffentlicht für die Direktvermarktung Richtpreise. Diese sind ausdrücklich nicht verbindlich und dienen Produzentinnen und Produzenten als Orientierung.

Bei Gemüse gelten die veröffentlichten Richtpreise derzeit für Mengen von einem bis zehn Kilogramm. Bei einem Bezug ab ungefähr 20 Kilogramm kann laut Bauernverband je nach Qualität und Nachfrage ein Mengenrabatt von zehn bis fünfzehn Prozent gewährt werden.

Für eine Familie sind 20 Kilogramm bei einem einzelnen Einkauf viel. Bei lagerfähigen Produkten oder einem gemeinsamen Einkauf mehrerer Haushalte kann die Menge jedoch schneller zusammenkommen. Entscheidend bleibt, den tatsächlichen Preis vor Ort zu vergleichen, statt davon auszugehen, dass Direktverkauf grundsätzlich günstiger ist.

Beim Klima zählt nicht nur die Entfernung

Bei saisonalen Produkten spielt auch ihre Herstellung eine Rolle. Der WWF Schweiz kommt in seinem Früchte- und Gemüseratgeber zu einem deutlichen Ergebnis: Wer über das ganze Jahr auf einheimische und saisonale Produkte setzt, verursacht bezogen auf den eigenen Obst- und Gemüsekonsum acht- bis zehnmal geringere Klimabelastungen als der Schweizer Durchschnitt.

Wer einheimische und saisonale Produkte wählt, kann Flugtransporte und den Anbau ausserhalb der natürlichen Saison in fossil beheizten Gewächshäusern vermeiden. Beides kann die Ökobilanz stark beeinflussen.

Dabei wäre es zu einfach, nur auf die Zahl der zurückgelegten Kilometer zu schauen. Der WWF weist darauf hin, dass Produktionsweise und Transportmittel für die Klimabilanz eine wichtige Rolle spielen.

Direkt beim Bauern einkaufen

Wer wissen möchte, wo Gemüse und Früchte herkommen, kann direkt bei einem landwirtschaftlichen Betrieb einkaufen. Dort lässt sich die saisonale Auswahl unmittelbar mit dem Angebot des Betriebs verbinden.

Person nimmt ein Bund Radieschen aus einer Gemüseauslage
Welche Gemüse erhältlich sind, hängt von Saison, Region und Angebot ab.

Was tatsächlich erhältlich ist, unterscheidet sich je nach Hof, Region und Ernte. Wer direkt einkaufen möchte, kann sich deshalb bei einem Direktvermarktungsbetrieb in der eigenen Region informieren.

Für den normalen Wocheneinkauf bleibt der Saisonkalender die einfachste Orientierung. Er zeigt, welche Gemüse und Früchte in der Schweiz zu welcher Jahreszeit verfügbar sind. So beginnt saisonales Einkaufen nicht mit Verzicht, sondern mit einer ziemlich einfachen Frage: Was wächst gerade?

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