Das zweite Kind ist unterwegs, das Kinderzimmer längst zu klein, und plötzlich steht die grosse Frage im Raum: Reicht es für ein eigenes Haus? Viele Familien träumen davon, ein Eigenheim finanzieren zu können, schrecken aber vor den Zahlen zurück. Dabei lässt sich mit wenigen Faustregeln rasch abschätzen, ob der Traum realistisch ist. Was eine Familie wirklich verdienen muss, wie viel Eigenkapital nötig ist und worauf es beim Schritt ins Eigenheim ankommt.
Wenn das Zuhause plötzlich zu klein wird
Viele Familien kennen den Moment. Mit dem ersten Kind funktioniert die Wohnung noch gut. Kommt ein weiteres dazu, wird es plötzlich eng. Das zusätzliche Zimmer fehlt, Stauraum wird knapp und der Wunsch nach einem eigenen Garten wächst.
Spätestens dann stellt sich für viele die Frage, ob Wohneigentum überhaupt realistisch ist. Die gute Nachricht: Mit einigen einfachen Kennzahlen lässt sich relativ schnell abschätzen, ob ein Eigenheim grundsätzlich in Reichweite liegt.
Die eine Zahl, an der alles hängt: die Tragbarkeit
Für Banken ist nicht in erster Linie entscheidend, wie hoch die aktuelle Hypothek ausfällt. Viel wichtiger ist die sogenannte Tragbarkeit.
Dabei wird geprüft, ob eine Familie die laufenden Wohnkosten langfristig tragen kann. Als Faustregel gilt: Die gesamten Wohnkosten sollten nicht mehr als rund ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen.
Dazu zählen:
- kalkulatorischer Hypothekarzins von 5 Prozent
- Nebenkosten von rund 1 Prozent des Immobilienwerts
- Amortisation der Hypothek
Diese Berechnung dient als Orientierung. Die konkrete Beurteilung kann je nach Bank unterschiedlich ausfallen. Wer die eigene Situation grob einschätzen möchte, kann einen Hypothekenrechner nutzen. Die Berechnung ersetzt zwar keine persönliche Beratung, vermittelt aber einen ersten Eindruck davon, welche Immobilienpreise zum eigenen Einkommen passen.
Warum die Bank mit 5 Prozent rechnet, obwohl die Zinsen tief sind
Viele Familien wundern sich, warum Banken mit einem Zinssatz von 5 Prozent rechnen, obwohl aktuelle Hypotheken deutlich günstiger erhältlich sind.
Der Grund liegt in der Sicherheit. Der kalkulatorische Zinssatz soll sicherstellen, dass ein Haushalt auch dann nicht in finanzielle Schwierigkeiten gerät, wenn die Zinsen in Zukunft wieder deutlich steigen.
Aktuell liegen viele Hypotheken bei rund 1,5 Prozent. Die Bank rechnet jedoch bewusst konservativer, damit Wohneigentum auch in schwierigeren Zeiten tragbar bleibt.
Wie viel Eigenkapital eine Familie wirklich braucht
Neben dem Einkommen spielt das Eigenkapital eine entscheidende Rolle.
Grundsätzlich verlangen Banken mindestens 20 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital. Wichtig dabei: Mindestens die Hälfte davon muss aus sogenannten harten Eigenmitteln stammen und darf nicht aus der Pensionskasse kommen.
Als Eigenkapital kommen verschiedene Quellen infrage, etwa Ersparnisse, Guthaben aus der Säule 3a, Schenkungen oder ein Erbvorbezug. Auch Vorsorgegelder aus der Pensionskasse lassen sich teilweise einsetzen, wobei hier die Regel zum harten Eigenkapital zu beachten ist.
Je mehr Eigenkapital eingebracht werden kann, desto tiefer fällt die Hypothek aus und desto besser wird die Tragbarkeit.
Das Rechenbeispiel: was ein Haus an Einkommen verlangt
Bei einem Eigenheim mit einem Kaufpreis von 1 Million Franken benötigt eine Familie in der Regel rund 200’000 Franken Eigenkapital.
Für die Tragbarkeit rechnen Banken mit kalkulatorischen Wohnkosten von rund 60’000 Franken pro Jahr. Da diese Kosten höchstens etwa einen Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen sollten, ergibt sich als Faustregel ein erforderliches Bruttoeinkommen von rund 180’000 Franken jährlich.
Dieses Einkommen kann aus einem oder mehreren Erwerbseinkommen stammen.
Die tatsächliche Finanzierung hängt jedoch immer von der individuellen Situation und der jeweiligen Bank ab.
Wenn es knapp wird: die Stellschrauben
Nicht jede Familie erreicht die Anforderungen auf Anhieb. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Traum vom Eigenheim unerreichbar bleibt.
Oft gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Ausgangslage zu verbessern. Mehr Eigenkapital senkt die Finanzierungskosten. Auch Vorsorgegelder aus der Säule 3a oder zulässige Bezüge aus der Pensionskasse können helfen. Manche Familien erhalten zudem Unterstützung durch Schenkungen oder einen Erbvorbezug.
Gerade deshalb lohnt es sich, die eigene Situation frühzeitig prüfen zu lassen.
Warum eine gute Begleitung den Unterschied macht
Der Schritt ins Eigenheim ist für eine Familie nicht nur eine Rechnung, sondern eine der grössten Entscheidungen überhaupt.
Ein erfahrenes Maklerbüro wie Casa Vera Immobilien begleitet Familien von der ersten Einschätzung über die Finanzierungsfrage bis zum Kauf. Eine professionelle Begleitung kann helfen, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und den Überblick im oft komplexen Prozess zu behalten.
Häufige Fragen zum Eigenheim
Wie viel Eigenkapital brauche ich für ein Eigenheim?
In der Regel mindestens 20 Prozent des Kaufpreises. Davon müssen mindestens 10 Prozent aus harten Eigenmitteln stammen.
Was bedeutet Tragbarkeit?
Die Tragbarkeit zeigt, ob die laufenden Wohnkosten langfristig zum Einkommen passen. Als Faustregel gelten maximal rund ein Drittel des Bruttoeinkommens.
Warum rechnen Banken mit 5 Prozent Zins?
Der kalkulatorische Zinssatz dient als Sicherheitsreserve für Zeiten mit höheren Hypothekarzinsen.
Können Gelder aus der Pensionskasse verwendet werden?
Teilweise ja. Allerdings muss ein Teil des Eigenkapitals zwingend aus anderen Quellen stammen.
Bedeutet ein gutes Einkommen automatisch, dass ich eine Hypothek bekomme?
Nein. Neben dem Einkommen prüfen Banken auch Eigenkapital, Verpflichtungen und die gesamte finanzielle Situation.
Lohnt sich eine Beratung vor der Immobiliensuche?
Ja. Eine frühzeitige Einschätzung zeigt oft schnell, welches Budget realistisch ist und welche Möglichkeiten bestehen.



