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Der Praktikant im Interview: Fabian Egger über die Schweiz

Adrian Steiner
von
Adrian Steiner
17.08.2026
der praktikant fabian egger bei einem Triathlon in der Schweiz
Fabian Egger entdeckt als «Der Praktikant» die Schweiz und begeistert Hunderttausende Menschen mit seinen Ausflugstipps.
Darum gehts
  • Der Praktikant Fabian Egger staunt bei seinen Ausflügen vor allem über die kleinen Dinge.
  • Für Familien hat er konkrete Tipps und einen Rat gegen teure Ausflüge.
  • Seine laute Art in den Videos ist eine bewusst gespielte Rolle.

Als „Der Praktikant» begeistert Fabian Egger Hunderttausende Menschen mit seinen Videos über die Schweiz. Im Interview spricht der Content Creator über die kleinen Dinge, die ihn bis heute zum Staunen bringen, verrät seine besten Ausflugstipps für Familien und erzählt, warum das Wallis für ihn ein ganz besonderer Ort ist.

Das Staunen als Beruf

Du entdeckst die Schweiz jeden Tag aufs Neue. Gibt es einen Ort, der selbst dich, der schon fast alles gesehen hat, noch zum Staunen bringt wie ein Kind?

Ja, es gibt immer wieder Orte, die mich zum Staunen bringen. Es sind aber meist nicht die Orte, die überfüllt mit Touristen oder grossartige Attraktionen sind. Es sind meist kleine Orte in der Natur oder auch die Leute, die mir ein schönes Bild der Schweiz geben, mit unseren einzigartigen Landschaften, Kuhglocken und weiterem. Es sind meist wirklich die Kuhglocken, die mich dann sentimental werden lassen. Aber auch exponierte SAC Hütten hoch in den Bergen haben für mich jeweils einen Vibe, wo ich wirklich noch ins Staunen komme. Die Berge haben es mir immer noch angetan, da wird man jeweils wirklich ehrfürchtig.

Kinder finden das Schönste oft im Kleinen, in einer Pfütze, einem Käfer, einem Bach. Passiert dir das auch, dass ein winziges Detail an einem Ausflugsziel dich mehr packt als die grosse Attraktion?

Ja, genau. Es sind wirklich die Details, die mich faszinieren, ob ein Enzian, eine wilde Heidelbeere oder ein Steinpilz, an dem ich Freude habe. Da lernt man die Natur noch richtig entdecken und es entschleunigt auch meinen Alltag.

Wenn du für den Rest deines Lebens nur noch einen einzigen Ort in der Schweiz besuchen dürftest, welcher wäre es, und was macht ihn für dich unersetzbar?

Schwierige Frage. Wenn ich allerdings einen Ort auswählen könnte, wäre das vermutlich das Wallis. Dort hat man gleichzeitig die Berge mit Abkühlung im Sommer, aber auch tolle Skigebiete im Winter. Es ist ein riesiger Kanton mit so vielen Möglichkeiten und versteckten Orten, und der Content würde mir dort wohl nie ausgehen.

Für Familien, die dir zuschauen

Ganz viele Eltern schauen deine Videos und suchen Ideen fürs Wochenende. Wenn du einer Familie mit Kindern einen einzigen Tag schenken dürftest, wohin nimmst du sie mit, an einen Ort, den kaum jemand kennt?

Ich würde eine Familie wahrscheinlich auf einen Erlebnisberg mitnehmen, wo sowohl die Kinder vieles erleben können als auch die Eltern. Beispielsweise der Sattel Hochstuckli ist ein solcher Berg mit Hüpfburgen, Rodelbahn, aber auch einem wunderschönen Wandergebiet.

Gibt es ein Ausflugsziel, das auf den ersten Blick unspektakulär wirkt, bei dem aber garantiert jedes Kind strahlt?

Beispielsweise in Elm auf dem Berg gibt es noch viele unentdeckte Dinge wie den Goldfinder-Platz, den Riesenwald und weitere Überraschungen. Das ist sicherlich ein Geheimtipp für Familien.

Was ist der häufigste Fehler, den Familien beim Planen eines Ausflugs machen, und wie macht man es besser?

Viele Familien schauen vielleicht nach einem Restaurant in der Nähe oder nehmen Essen und Getränke nicht selbst mit. Dann wird ein Besuch natürlich schnell teuer. Am besten vorher bereits etwas essen oder dort, wo man darf, Essen und Getränke selbst mitbringen.

Zusätzlich gibt es so viele Gratis-Aktivitäten in der Schweiz, die unentdeckt bleiben. Deshalb lieber zuerst selbst recherchieren, bevor man dorthin geht, wo alle hingehen und dann beispielsweise fünfmal 20 Franken für Tickets ausgibt.

Du warst überall. Gibt es einen Ort, den du bewusst noch nicht besucht hast, weil du ihn dir für etwas Besonderes aufheben willst?

Einen Ort, den ich noch nicht besucht habe, es aber unbedingt noch tun will, ist die Eishöhle von Monlési bei Neuchâtel. Dorthin habe ich es leider noch nicht geschafft. Ich muss mich aber noch genügend dafür vorbereiten, damit ich den Besuch im Video richtig kommunizieren kann, da man für diese Höhle sicherlich einen Helm und eine gute Ausrüstung braucht.

Der Mensch hinter der lauten Rolle

In deinen Videos bist du der aufgedrehte Praktikant. Du hast selbst gesagt, im Alltag redest du anders. Wer ist der Fabian, den deine dreihunderttausend Follower gar nicht kennen?

Ich bin eigentlich genau derselbe, genau gleich aufgedreht, schnell zu motivieren und positiv eingestellt, vielleicht nur 50 Prozent weniger als in den Videos. Dort ist es natürlich auch bewusst eine Übertreibung. Ich lasse mich aber auch ohne Kamera schnell von neuen Dingen begeistern, vor allem von geheimen Orten. Dann leuchten bei mir die Augen.

Ein halbes Land hat eine Meinung zu deiner Stimme. Die einen lieben sie, die anderen finden sie anstrengend. Wie fühlt es sich an, wenn so viele Menschen glauben, dich zu kennen, aber eigentlich nur eine Rolle sehen?

Viele Leute denken natürlich, dass ich in echt auch so bin, verstehen aber die Rolle dahinter nicht. Genau weil die Stimme und Art so kontrovers sind, mache ich das auch, um genau die Leute zum Kommentieren zu bringen, die sich darüber aufregen. Das ist bei Social Media ein Stilmittel, um mehr Reichweite zu bekommen. Wenn du also kommentierst über meine Stimme und Art, gibt das mir mehr Reichweite.

der praktikant fabian egger spricht in einem Interview
Im Interview spricht Fabian Egger offen über seine Rolle auf Social Media und den Menschen dahinter.

Gerade am Anfang ist so ein Weg oft steinig. Was hat dich in den schwierigen Zeiten weitermachen lassen?

Vor allem zu Beginn meiner Karriere, als ich noch nicht grosse Reichweiten erzielt habe, war die Motivation nicht immer gleich gross. Das Wichtigste, was man aber nie vergessen darf, ist der Spass an der Sache und die Passion. Man muss selbst lieben, was man macht, auch ohne Reichweite. Nur so kann man es durchziehen und dann kann einem auch egal sein, was andere sagen. Wenn man damit noch Erfolg hat, umso schöner.

Der Preis und die Menschen dahinter

Ein Tag, ein Video, seit Jahren, ohne Pause. Was kostet dich dieser Rhythmus, das die Leute auf dem Bildschirm nie sehen?

Dieser Rhythmus ist für mich mittlerweile normal und ich brauche das auch. Ein Tag ohne Posten ist ein langweiliger Tag für mich. Man gewöhnt sich daran, wie andere Menschen auch an ihre täglichen Jobs, und man passt seinen Lebensstil daran an. Darunter leidet aber schon auch der persönliche Kontakt zu Freunden. Man muss für den Erfolg auf vieles verzichten.

der praktikant fabian egger bei einer Podcast-Aufnahme
Hinter den täglichen Videos steckt viel Planung, Disziplin und konsequente Arbeit.

Deine Frau Natti steht hinter der Kamera. Wie viel von dem, was die Leute sehen, ist eigentlich auch ihr Werk?

Natti steht viel hinter der Kamera, aber mittlerweile habe ich auch einen Assistenten angestellt, der ihr viel Arbeit abnimmt. Das war für Natti vielfach ein zu grosser Stress, jeden Tag mit mir mitzukommen. Sie braucht auch mehr Pausen als ich.

Du hast zugegeben, dass deine Verbissenheit die Beziehung manchmal fordert. Wie schützt ihr das, was euch wichtig ist, wenn der Job nie wirklich Feierabend hat?

Wir schützen jeweils unseren Feierabend, indem wir uns auch Abstand geben und bewusst nicht über die Arbeit reden. Jeder macht dann sein eigenes Ding. Das ist uns wichtig.

Das, was bleibt

Du sagst selbst, dass du das nicht für immer machen wirst. Wenn der Praktikant eines Tages seinen letzten Ausflug dreht, woran sollen sich die Menschen erinnern, was du ihnen gegeben hast?

Die Menschen sollten die Positivität meines Kanals mitnehmen und den Mehrwert. Social Media sollte über das Doomscrolling hinausgehen und man sollte daraus etwas für das echte Leben mitnehmen können. Das will ich den Leuten unbedingt mitgeben.

der praktikant fabian egger bei einem öffentlichen Auftritt
Auch ausserhalb von Social Media begegnet Fabian Egger regelmässig Menschen, die seine Ausflugstipps verfolgen.

Und zum Schluss, ganz ehrlich: Nach all den Orten, all den Videos, all dem Staunen, was hat dich die Schweiz über das Leben gelehrt?

Die Schweiz hat mich gelehrt, dass die Schweiz ein Dorf ist. Dinge sprechen sich sehr schnell herum, ob positiv oder negativ, und man läuft sich in diesem Land schnell zweimal über den Weg. Das kann man für sich nutzen und daraus wichtige Kontakte knüpfen. Die Mundpropaganda ist in der Schweiz sehr stark.

Mehr über Fabian Egger und seine Ausflüge gibt es auf seiner Website sowie auf Instagram und TikTok.

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