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Wie viel Taschengeld ist richtig? Die Tabelle, die Eltern weiterhilft

Adrian Steiner
von
Adrian Steiner
22.06.2026
Kind steckt eine Münze in ein Sparschwein.
Mit Taschengeld lernen Kinder früh, Geld einzuteilen, zu sparen und eigene Entscheidungen zu treffen.
Darum gehts
  • Taschengeld ist weniger eine Frage des Betrags als eine Frage des Lernens.
  • Die empfohlene Höhe richtet sich nach dem Alter, von drei Franken pro Woche bis rund hundert im Monat.
  • Wichtig ist, dass Kinder selbst entscheiden dürfen, auch über Fehlkäufe.

Die einen geben drei Franken, die anderen fünfzig, und fast alle Eltern fragen sich: Wie viel Taschengeld ist eigentlich richtig? Dabei geht es um weit mehr als den Betrag. Taschengeld Kinder ist die erste eigene Erfahrung mit Geld, und wie sie damit umgehen lernen, prägt sie ein Leben lang. Welche Beträge in welchem Alter sinnvoll sind, ob wöchentlich oder monatlich, und welche Fehler Eltern besser vermeiden.

Warum Taschengeld mehr ist als ein paar Franken

Eltern sind gesetzlich nicht verpflichtet, Taschengeld zu zahlen. Trotzdem raten Fachstellen wie die Budgetberatung Schweiz und Pro Juventute klar dazu. Der Grund ist einfach: Nur mit eigenem Geld lernt ein Kind, damit umzugehen.

Taschengeld ist ein Übungsfeld. Kinder lernen, einzuteilen, zu sparen, zu verzichten und Entscheidungen zu treffen. Sie machen die Erfahrung, dass Geld endlich ist und dass eine Ausgabe bedeutet, auf etwas anderes zu verzichten. Diese Lektion lässt sich mit kleinen Beträgen im Kindesalter viel günstiger lernen als später im Erwachsenenleben.

Ab welchem Alter Taschengeld sinnvoll ist

Als Faustregel gilt: Sobald ein Kind zählen kann und die Münzen kennt, kann man mit dem Taschengeld beginnen. Das ist in der Regel mit dem Eintritt in die Primarschule der Fall, also etwa ab sechs Jahren.

Wichtig ist der Start mit kleinen Beträgen und kurzen Abständen. Jüngere Kinder haben ein anderes Zeitgefühl und behalten bei einer wöchentlichen Auszahlung den Überblick besser als bei einem Monatsbetrag.

Wie viel ist angemessen? Die Richtwerte der Budgetberatung Schweiz

Die folgende Tabelle zeigt die offiziellen Richtwerte der Budgetberatung Schweiz. Sie dienen als Orientierung und sollten immer ins Familienbudget passen.

Gestapelte Schweizer Münzen als Symbol für Taschengeld und Budgetplanung.
Die Höhe des Taschengelds richtet sich meist nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes.
  • 6 Jahre: 3 Franken pro Woche
  • 7 Jahre: 4 Franken pro Woche
  • 8 Jahre: 5 Franken pro Woche
  • 9 Jahre: 15 Franken alle zwei Wochen
  • 10 Jahre: 18 Franken alle zwei Wochen
  • 11 Jahre: 20 Franken alle zwei Wochen
  • 12 Jahre: 50 Franken pro Monat
  • 13 Jahre: 60 Franken pro Monat
  • 14 Jahre: 70 Franken pro Monat
  • 15 Jahre: 80 Franken pro Monat
  • 16 Jahre: 90 Franken pro Monat
  • 17 Jahre: 100 Franken pro Monat
  • 18 Jahre: 110 Franken pro Monat

Diese Beträge gehen davon aus, dass grössere Fixkosten wie Kleidung, Handyabo oder das ÖV-Abo weiterhin von den Eltern getragen werden.

Wöchentlich oder monatlich auszahlen?

Das Auszahlungsintervall ist fast so wichtig wie der Betrag. Die Budgetberatung Schweiz empfiehlt, jüngeren Kindern das Taschengeld wöchentlich auszuzahlen, ab der Mittelstufe alle zwei Wochen und ab der Oberstufe monatlich.

Der Grund dahinter ist pädagogisch. Ein Sechsjähriger kann mit einem Monatsbetrag wenig anfangen, weil vier Wochen für ihn eine Ewigkeit sind. Ein Jugendlicher dagegen lernt mit dem Monatsbetrag genau das, was er später braucht: sich ein Budget über längere Zeit einzuteilen.

Die goldene Regel: auch Fehlkäufe gehören dazu

Die wichtigste Regel beim Taschengeld fällt vielen Eltern am schwersten. Taschengeld steht dem Kind zur freien Verfügung. Das heisst, es darf es auch für vermeintlichen Unsinn ausgeben.

Genau aus diesen Fehlkäufen lernen Kinder am meisten. Wer sein ganzes Sackgeld am ersten Tag für Süssigkeiten ausgibt und dann zwei Wochen ohne dasteht, macht eine Erfahrung, die mehr lehrt als jede Ermahnung. Eltern sollten begleiten, aber nicht ständig dreinreden und auch nicht vorzeitig nachschiessen, wenn das Geld weg ist.

Warum man Taschengeld nicht an Noten oder Strafen koppeln sollte

Taschengeld sollte verlässlich und unabhängig sein. Es eignet sich nicht als Belohnung für gute Noten und nicht als Strafe bei schlechtem Verhalten.

Wird Taschengeld zum erzieherischen Druckmittel, verliert es seine eigentliche Funktion. Das Kind lernt dann nicht den Umgang mit Geld, sondern erlebt Geld als Belohnung oder Bestrafung. Verlässlichkeit dagegen schafft Vertrauen und macht das Taschengeld zum sicheren Übungsfeld.

Vom Taschengeld zum Jugendlohn

Ab etwa zwölf Jahren bietet sich an, schrittweise den sogenannten Jugendlohn einzuführen. Dabei erhält der Jugendliche einen festen monatlichen Betrag, mit dem er klar definierte Bereiche selbst übernimmt, etwa Kleidung, Coiffeur, Handyrechnung oder Freizeit.

So üben Jugendliche den Umgang mit grösseren Summen und lernen, vorauszuplanen, solange sie noch im sicheren Rahmen der Familie sind. Wichtig sind dabei klare Abmachungen, welche Ausgaben der Jugendlohn deckt und welche nicht.

Häufige Fragen zum Taschengeld

Ab welchem Alter sollten Kinder Taschengeld bekommen?

Sobald ein Kind zählen kann und die Münzen kennt, meist ab dem Schuleintritt mit etwa sechs Jahren.

Wie viel Taschengeld ist angemessen?

Die Budgetberatung Schweiz empfiehlt gestaffelte Richtwerte, von drei Franken pro Woche mit sechs Jahren bis rund hundert Franken im Monat bei Sechzehnjährigen.

Soll man Taschengeld wöchentlich oder monatlich auszahlen?

Jüngeren Kindern wöchentlich, ab der Mittelstufe alle zwei Wochen, ab der Oberstufe monatlich.

Darf mein Kind das Taschengeld für Unsinn ausgeben?

Ja. Taschengeld steht zur freien Verfügung. Gerade aus Fehlkäufen lernen Kinder den Umgang mit Geld.

Sollte Taschengeld an gute Noten geknüpft werden?

Nein. Taschengeld sollte verlässlich sein und nicht als Belohnung oder Strafe eingesetzt werden.

Was ist der Unterschied zum Jugendlohn?

Beim Jugendlohn übernimmt der Jugendliche mit einem festen Monatsbetrag selbst definierte Ausgabenbereiche wie Kleidung oder Handy, ein Übungsfeld für grössere Summen.

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